Diverse Ereignisse spiegeln regelmäßig die Gesellschaft wider auf die unsere Moral gesunken ist. Ein Beispiel wurde gestern, am 20. Oktober 2011, im Fernsehen mitgeteilt:
In China wurde ein zweijähriges Mädchen auf einer sandigen Straße von einem Auto überrollt. Als es verletzt und hilflos auf der Straße lag, kam ein weiteres Fahrzeug und überfuhr das Kind ebenfalls. Was dann folgte, ist unvorstellbar: Mofafahrer, Radfahrer und weitere Vierräder umfuhren das verletzt daliegende Menschlein und Fußgänger gingen achtlos vorbei. Erst zwanzig Minuten später kam eine Frau. Sie hob das leblos wirkende Kind auf und brachte es ins Krankenhaus. Dort liegt es nun im Koma und die Ärzte glauben nach der langen Zeit bis zur zu spät erfolgten Behandlung an keine Rettung mehr.
Schuld am Verlust kollektiver Werte sind der Wirtschaftsboom und schlechte Vorbilder in der Politik. Diese müssen dazu gebracht werden, sich sauber und ehrlich zu verhalten und ihre eingegangene Verantwortung übernehmen.
Sind A-nstand M-oral E-hre N-iveau Fremdworte?
Hallo,
AntwortenLöschenhier möchte ich mich vorstellen: Ich heiße Beate Eickelmann und lebe in Kamen.
Mit Sabine Grimm bin ich seit vielen Jahren befreundet.
Die Idee zu diesem Blog kam uns beiden; denn wir empfinden diesen Werteverlust von Moral, Anstand und Ethik als etwas Wichtiges, welches unsere Geselllschaft zur Zeit auszeichnet. Leider.
Hier wollen wir einige Fälle einstellen und darüber diskutieren, ob wir nicht unser Augenmerk mehr darauf lenken sollten, was "nebenan" passiert; das heißt, dass wir uns für unseren Nächsten einsetzen sollen und Zivilcourage zeigen.
Manchmal sind die Fälle klein, haben aber eine große Wirkung; denn wenn wir den Jugendlichen und Kindern eine Welt vorleben, in der nur der siegt, der am rücksichtsloseten seine Wünsche durchsetzt, dann werden wir unsere Welt auch nur dahingehend ändern.
Wir wollen es anders machen und schon unser Augenmerk auf die kleinen Dinge im Alltag lenken.
Ich wünsche allen Lesern viel Freude beim Lesen dieser Seiten und hoffe, dass wir Euch alle ein wenig nachdenklicher stimmen können.
Liebe Grüße
Beate Eickelmann
OT Jugendlicher Raubüberfall
AntwortenLöschenhttp://www.stuttgarter-nachrichten.de/inhalt.stuttgart-west-schulschwaenzer-als-ueberfallkommando.af5cbbc0-059d-4dbf-bf66-3ccce69d7db3.html
So sieht gelungene Integration aus...
Stuttgart - Fünf Jugendliche überfallen eine 78-Jährige in ihrem Tante-Emma-Laden. Die Frau wird geschlagen und getreten, obwohl sie völlig wehrlos ist. Die Polizei kann die jungen Räuber wenig später dingfest machen - doch sie bleiben auf freiem Fuß. Das löst Empörung aus.
"Wie geht es Ihrer Frau?" Die Stammkunden des kleinen Tante-Emma-Ladens geben sich die Türklinke in die Hand, um Karl-Ludwig Kanter am Tag nach dem Überfall ihre Betroffenheit zu bekunden. Als es passierte, am Dienstag um 8.40 Uhr in der Senefelderstraße im Stuttgarter Westen, war der 76-Jährige unterwegs bei Wareneinkäufen. Seine Frau, mit der er den Laden seit zwölf Jahren gemeinsam betreibt, war alleine zurückgeblieben. Und dann kamen fünf junge Burschen, 13, 14 und 15 Jahre alt. Ein brutales Überfallkommando. "Ganz schlecht geht's ihr", sagt Kanter, "ganz schlecht."
Die 78-jährige Renate Kanter ist inzwischen zu Hause, nach einem eintägigen Aufenthalt im Krankenhaus. Das linke Auge blau, das Gesicht blutunterlaufen, die Rippen geprellt. Noch schlimmer sind die seelischen Verletzungen. Auf ihre Tochter wirkt sie erstaunlich gefasst. Wann sie sich wieder in den Laden traut, ist unklar.
"Ich bin zutiefst empört"
Nach außen gibt sich Karl-Ludwig Kanter ruhig und gelassen, aber innerlich brodelt es. "Ich zeig' das nicht", sagt er, "aber ich bin zutiefst empört." Die Täter sind nicht mal eingesperrt, und das nach so einer Tat. Gezielt, rücksichtslos, professionell. "Alles wahrscheinlich nur aus Übermut, aus Dummheit", sagt der 76-Jährige.
Seine Frau hatte keine Chance. Das zeigt der Ablauf: Ein maskierter 14-Jähriger springt über den Tresen, reißt die Inhaberin zu Boden. Er schlägt mit Fäusten auf ihr Gesicht ein, tritt sie, als sie am Boden liegt. Das Schlimmste für das Opfer: Er hört nicht auf. Die Frau schreit vergebens, durchleidet Todesängste. Der junge Täter aber macht ungerührt weiter, fragt ungeduldig einen Komplizen: "Bist du endlich fertig?" Der macht sich an der Ladenkasse zu schaffen - doch die lässt sich nicht öffnen. Ein anderer packt größere Mengen Zigaretten in eine Sporttasche. Mit dieser Beute flüchten sie.
Glücklicherweise ist da eine junge Passantin. Die wird auf die Vorgänge aufmerksam, alarmiert die Polizei, kümmert sich um das verletzte Opfer. Die Polizei kann drei Täter in einem Hinterhof mit der Beute stellen, zwei weitere werden in einem nahegelegenen Schulkomplex festgenommen.
Warum geriet ausgerechnet dieser unscheinbare Laden ins Visier? "Reich wird man damit nicht", sagt Karl-Ludwig Kanter. Ein typischer Rentnerladen, sagt er, da sei nicht viel zu verdienen. "Aber was sollen wir zu Hause? Das Geschäft hält in Schwung." Kanter war schon immer Kaufmann, besaß einst fünf Drogerien, hatte bis zu elf Angestellte. Dann fuhr er alles zurück, es lohnte sich nicht mehr.
Die Täter waren nicht zum ersten Mal im Laden
Ende 1999 hatte er den Laden an der Senefelderstraße übernommen, früher war's ein Friseursalon, danach ein Geschäft für Friseurbedarf. Bis heute gibt es hier alles. Rasierwasser, Zeitschriften, Tabakwaren, Wasserkocher, Kaffeemaschine, Geschirr, Modeschmuck. Toto-Lotto. Goldankauf in Kommission. Partner von Versandhäusern für portofreie Lieferungen.
Die Täter waren nicht zum ersten Mal im Laden der Kanters. Es sind Schüler zweier nahegelegener Schulen. Erst letzte Woche waren sie dort aufgefallen. "Aufdringlich, frech, provozierend", erinnert sich Kanter. Ein 13-Jähriger habe Zigaretten kaufen wollen und ihn mit üblen Schimpfworten bedacht, als er keine bekam.
AntwortenLöschenDie Jugendlichen haben türkische, tunesische, bosnische Wurzeln.
Bisher sind sie polizeilich kaum aufgefallen. Einer hat zwei Ladendiebstähle auf dem Kerbholz, ein anderer eine Sachbeschädigung. Der mutmaßliche Schläger ist ein unbeschriebenes Blatt. Ein 14-jähriger Bosnier, der erst vor ein paar Monaten von seinen Eltern nach Deutschland geholt wurde. Am Morgen des Überfalls hatten die Burschen die Schule geschwänzt. Raub statt Sportunterricht.
Hinter Gitter landen sie aber nicht. "Für einen Haftbefehl ist Flucht- oder Verdunkelungsgefahr Voraussetzung", sagt Staatsanwältin Claudia Krauth. Oder die Gefahr einer Wiederholung. Aber eine entsprechende Raubkarriere sei nicht zu erkennen.
Doch werden Jugendliche von null auf hundert zu Gewalttätern? Kann ein 14-Jähriger tatsächlich nicht einschätzen, was es heißt, auf eine 78-Jährige mit Fäusten einzuschlagen? Wird der Ruf nach einem US-Strafrecht lauter, bei dem selbst Kinder lebenslang in Haft kommen können? Staatsanwältin Krauth bremst: "Diese Verdächtigen werden zwar nicht vorab in U-Haft genommen", sagt sie, "das heißt aber nicht, dass sie nicht ihre Strafe bekommen werden." Hinweise über Telefon 0711/ 8990- 5461.
Zuletzt geändert von Brustring93 am 24.11.2011, 20:17, insgesamt 1-mal geändert.
Brustring93
Erschreckend sind diese Meldungen. Kaum den Kinderschuhen entwachsen, gebärden sich Jugendliche wie Schwerstkriminelle und bei mir und vielen anderen entsteht die Frage: Woher kommt das? Wieso kommt es immer häufiger vor? Woher kommt die Brutalität?
AntwortenLöschenEs ist nicht immer alles damit zu entschuldigen, dass diese Kinder eine schwere Kindheit haben. Das haben viele andere Kinder auch und werden nicht zu brutalen Kriminellen. Doch was haben die anderen, was diese Kinder nicht hatten? Vielleicht haben sie sich an Vorbildern orientiert, denen es um Werte wie Nächstenliebe, Verantwortung, Sorgsam mit seiner Umwelt umgehen und rücksichtsvoll mit den Mitmenschen sind.
Diese Werte versuche ich hier in diesem Blog zu wecken. Achtsam sein mit der Umwelt, egal, ob es sich um Tiere, Menschen oder unsere Welt handelt.
Diese Jugendlichen, die eine schlechte Kindheit hatten und trotzdem nicht auf die schiefe Bahn gelangt sind, haben vielleicht noch Gefühle wie Scham oder Reue, was bedeutet, sie haben noch ein Gewissen, was ich von vielen meiner (erwachsenen) Mitmenschen nicht mehr behaupten kann. Dazu werden wir in Zukunft noch eine Menge anderer Beispiele einstellen. Und es beginnt im Kleinen und endet in solchen Fällen.
Dazu kommt noch unsere so verkorkste Justiz, wie ich feststellen musste. Normalerweise geschieht Erziehung so, dass man für gute Taten belohnt werden sollte und für schlechte Manieren bestraft wird. Wie diese Bestrafung aussehen kann, muss nicht gleich als Prügelstrafe ausgelegt werden. Es könnte auch ein einfaches Ignorieren des Verhaltens sein. Doch was geschieht hier?
Einer der Jugendlichen ist schon einmal mit Diebstahl aufgefallen. Offensichtlich hat die Maßnahme, um sein Verhalten zu ändern, nicht gefruchtet. Es ist auch eine Frage, ob diese Jugendlichen nicht schon öfter aufgefallen sind, doch die Ignoranz der Mitmenschen ist groß. Niemand will Ärger haben und schweigt lieber, als eine Anzeige bei den Behörden zu erstatten. Ich persönlich glaube nicht, dass dieses Verhalten ad hoc entstanden ist. Es hat eine lange Vorgeschichte.
Doch wie geht es weiter? Die Kinder und Jugendlichen werden nach einem Verhör den Eltern wieder übergeben in die Welt, aus der dieses Verhalten entstanden ist. Wie sollen sie sich ändern und einsehen, dass man sich für seine Mitmenschen einsetzen muss?
Erfahrungsgemäß wird das Strafverfahren nun eingeleitet, welches dann nach ca. einem halben bis einem Jahr endlich zum Hauptverfahren kommt. Dadurch bekommen diese Jugendlichen wieder die Gelegenheit, weiter zu stehlen und andere Straftaten zu begehen; denn sie haben gelernt: Es geschieht Dir nichts. Dein Verhalten hat keine Konsequenzen und deshalb kannst Du weitermachen wie bisher.
In dem Gerichtsverfahren wird dann nur dieses eine Vergehen oder diese eine Tat begutachtet, doch nicht der gesamten Eindruck des Täters. So werden diese Täter mit einer milden Strafe davonkommen. Die anderen Taten, die sie bis dahin begangen haben, werden unberücksichtigt gelassen. Wenn es dann zu den anderen Verhandlungen der nächsten Taten kommt, sind die ersten Taten „schon vergessen“ und wieder wird nur diese eine Tat begutachtet und immer eine gute Prognose zur Besserung gegeben. Nur, wenn man alles in allem betrachtet, könnte man hier zu dem Urteil kommen, dass eine andere Maßnahme notwendig sein müsste. Das hieße aber auch, diese Kinder und Jugendlichen aus dem Umfeld, in dem diese Brutalität entstanden ist, herauszuholen. Nur in einer Umgebung, in der sie lernen, dass es sich lohnt, sich um andere Menschen zu kümmern, sich verbal und nicht mit Baseballschlägern zum Recht zu verhelfen, können sie sich zum Guten ändern. Nur so kann es gehen und nicht anders.
Die Justiz ist blind. Stimmt. In diesem Fall wird sie die Karriere dieser Jugendlichen noch oft zu Gesicht bekommen, es sei denn, man gibt diesen Kindern und Jugendlichen wieder den Halt der Gesellschaft, die sich allerdings auch dahin gehend verändern müsste, dass die Tugenden wie Nächstenliebe, Rücksicht, Umsicht sich wieder lohnen.
AntwortenLöschenHier müssen Vorbilder her. Die derzeitigen Politiker, die Banker, die Manager dieser Welt sind die schlechtesten Vorbilder für unsere Kinder und Jugendlichen. Leider unterstützen selbst die Medien solche Verhaltensweisen und präsentieren Prominente als gut verdienende Macher, geben Ihnen Shows und zeigen damit, dass das rücksichtslose Verhalten doch ein sehr erwünschtes Verhalten dieser Gesellschaft ist.
Manche Shows erinnern mich dabei an die römischen Arenen: Damals wurden Menschen durch Tiere getötet und das Volk damit belustigt. Sind solche Shows etwas anderes?
Bitte denkt einmal darüber nach, wenn Ihr wieder einmal im Fernsehen solche „Vorbilder“ seht! Was machen solche Bilder mit unseren Kindern und Jugendlichen? Wo sind die guten Vorbilder für unsere Kinder und Jugendlichen geblieben? Wohin soll das noch führen?
Wer hat noch Mitgefühl mit der 78-jährigen Dame, dem Opfer einer solchen Straftat? Wie sieht das Bild denn aus: Während die alte Dame gesundheitliche Schäden davonträgt und vielleicht den Rest ihres Lebens Ängste aus diesem Trauma behält, werden die Täter auf freien Fuß gesetzt. Wenn sie schwer verurteilt werden, kommt es wahrscheinlich zu einer Maximalstrafe von 4 Wochen Dauerarrest und dann beginnt der „ach so großartige Einsatz“, diese Jugendlichen dann doch zu integrieren und Maßnahmen wie „Urlaub im fremden Land“ um Vorurteile abzubauen, beginnt. Sie werden auch noch mit einem „Urlaub“ belohnt und warum sollten sich diese Jugendlichen dann noch ändern?
Haben Sie schon einmal gehört, dass man den Opfern einen Urlaub zugesteht, damit sie sich wieder von der Tat erholen können? Ich nicht. Da ich selbst einmal Opfer eines sehr schlimmen Überfalls geworden bin, kann ich mir ein gutes Urteil darüber erlauben….
Es ist keine Frage, dass man auch Tätern eine Chance geben muss und soll. Doch bislang habe ich nur erfahren müssen, dass die Umwelt immer brutaler wird und nicht – wie beabsichtigt – eine Wende in den Köpfen der Täter vollzieht.
Liebe Grüße
Beate Eickelmann
Ich bin fassungslos, was schon junge Menschen anderen an Gewalt antun und bin der Meinung, dass nicht immer "nur" eine oftmals als Ursache bemühte "schlechte Kindheit" oder Dummheit als Entschuldigungs- oder Rechtfertigungsgrund für derartige Verfehlungen anzusehen sind. Auch ein 14jähriger weiß sehr wohl, was er tut, wenn er dem anderen entstellende Blutergüsse und blutunterlaufende Augen zufügt.
AntwortenLöschenDieser genannte Fall macht präsent, wie sehr der Respekt vor dem Alter verloren ging - warum eigentlich? Auch die jungen Täter werden (vielleicht) mal alt. -
Dass unser „Rechtsapparat“ die Täter unmittelbar nach der Tat der Freiheit überließ, finde auch ich skandalös. Haben sie doch dadurch den doppelten Erfolg, den sie sich nun auf ihre Fahne schreiben können. Zuerst die Verletzungen, die sie dem Opfer zufügten, hierfür dann auch noch die Belohnung, indem sie aus Gewahrsam schnell wieder nach Hause entsandt werden- so als sei alle in Ordnung, was sie sich "leisteten". Die evtl. zu erwartende Belohnungspalette lässt sich durchaus noch erweitern, wie schon Beate Eickelmann schreibt: Entspannungsurlaub etc. – Wir dürfen gespannt sein.
Es ist dramatisch, wenn jeder denkt: Hauptsache, ich bin nicht betroffen; das alles interessiert mich nicht. Wo das letztendlich hinführt, möchte ich mir jetzt nicht ausmalen.
Lieben Gruß
Sabine Grimm